Mittwoch, 13. Juli 2016

Grenzen

Immer ein wichtiges Thema.
Aus einem aktuellen Anlass wollte ich aber gerne auch mal drüber schreiben.
Weil mir selbst ein paar Dinge klar geworden sind.

Gerade wenn ich auf meine Vergangenheit zurück schaue.

Ich selbst war immer jemand, der seine Grenzen schlecht kommunizieren konnte.
Auch weil ich sie selbst nicht kannte. Und weil ich mein Recht diese deutlich zu machen nicht kannte oder es anderen Recht machen wollte. Nicht mehr auffallen als sowieso schon. Ich hab mich lange Zeit sehr komisch und anders gefühlt.  Typisch Teenager also.
Das führte dazu, dass diese auch oft übertreten wurden und ich das nicht mal merkte.
Je mehr ich mich aber mit dem Thema auseinander setze, desto mehr Situationen fallen mir ein, in denen ich mich unwohl gefühlt habe.
Ich hege keinen Groll deswegen, habe meinen Frieden damit.
Aber es ist mir mittlerweile sehr wichtig mir meiner Grenzen bewusst zu sein und sie mitzuteilen.

Wenn es um die Grenzen anderer ging, war es mir in den meisten Fällen sehr wichtig diese zu wahren und Rücksicht zu nehmen.  Ich war sehr vorsichtig mit den Gefühlen anderer.
Außer mit meinen jeweiligen Partnern. Da war meistens so ein großes Vertrauen und Wohlfühlen, dass Grenzen leider kein Thema waren. Ich glaube,  in den Situationen haben beide Seiten vieles für selbstverständlich gehalten und deswegen nie erfragt, wann genug ist.

Beides habe ich überdacht, wie gesagt, ich mache mir sehr viel mehr bewusst und kommuniziere das mit meinem Partner.

Vor kurzem war ich in einer Situation,  in der ein Bekannter mich sehr bedrängte.
Es war nicht körperlich, aber zerrte sehr an meinen Nerven, weil ich auf ao großes Unverständnis getroffen bin.
Ich hatte schon mehrfach meine Grenzen klar gemacht. Ganz unmissverständlich, dennoch freundlich.
Wir haben im Ehrenamt miteinander zu tun. Und er würde das gerne aufs Private ausweiten.
Ich allerdings nicht. 
Es gab zuerst keinen wirklichen Grund, nur ein ungutes Gefühl.
Trotzdem schrieb er mich mehrfach privat an (wir waren in den gleichen Orga-Gruppen auf Facebook). Ich sagte, er solle das lassen. Ich sei bereit, mit ihm zu arbeiten, aber organisatirische Sachen gehören in die Gruppe und privat habe ich kein Interesse an mehr Kontakt.
Doch immer wieder bekam ich private Nachrichten und teilweise Kommentare, wie nett ee mich eigentlich finden würde,  wäre ich nicht so kühl zu ihm.
Eine Zeit hörte ich länger nichts von der ihm, atmete auf, dachte er hätte begriffen.

Ich hatte mich geirrt. Ich bekam wieder eine Nachricht.
Jetzt verlangte er quasi nach meiner Handynummer und Adresse, falls er diese aus Organisatorischen Gründen brauchen sollte. Kann ich irgendwie verstehen,  aber dieser Mensch war mir so unangenehm,  dass ich das nicht wollte. Zudem gab es noch genug weitere Personen in der Gruppe,  die er kontaktieren könnte.  Warum ich, wo ich doch mein Unbehagen klar gemacht habe. So war auch in etwa der  Wortlaut in meiner Antwort.

Und anstatt diese Grenze zu akzeptieren,  beschwerte er sich. Beschimpfte mich fast. Ich würde ihn diskriminieren, komisch sein und Vorurteile haben.
Ich versuchte ihm zu vermitteln,  dass ich mich nur unwohler fühle,  wenn er weiter so drängte und mich persönlich anginge.
Er verstand es nicht.

Und ich verstehe nicht so richtig,  warum ich mich rechtfertigen soll, wenn ich etwas nicht möchte.  Ich möchte mich schützen,  ich habe auch das Recht dazu!
Das Gespräch zog sich über zwei Stunden lang. Ich war sehr geduldig, weil ich einfach wollte,  dass er versteht und akzeptiert. Auch weil ich schon von mehreren Leuten gehört habe, dass sie sein Verhalten als unangenehm empfanden. Vielleicht lernt er ja daraus, macht es beim nächsten Mal anders, geht rücksichtsvoller mit Menschen um.

Ich glaube aber, das habe ich nicht erreicht.  Leider, aber irgendwann habe ich das Gespräch abgebrochen. Es drehte sich im Kreis.
Ich hoffe nur, dass er nun meine Grenzen immerhin akzeptiert, wenn auch nicht versteht.
Das sehe ich dann bei der nächsten Aktion, danach ist sowieso Sommerpause und erstmal Ruhe.

Aber auch,  wenn die Situation kräftezehrend war,  möchte ich alle, die das lesen, ermutigen! Macht eure Grenzen klar! Seit euch dessen bewusst und gebt nicht nach, nur um jemandem zu gefallen oder euch Ärger zu ersparen! 
Das ist unheimlich wichtig für euch! Ihr und eure Grenzen seid wichtig! Vergesst das bitte nicht!
Macht es wenn möglich freundlich und respektvoll, aber tut es!

Dzsenni

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