Montag, 18. April 2016

Freundschaft und Vertrauen

Ich habe die letzten Tage wieder viel nachgedacht.
Vor ungefähr einem Jahr ist ein wichtiger Mensch aus meinem Leben verschwunden. Und ich merke immer wieder, dass ich nicht darüber hinweg bin.
Nicht, dass ich mir jenen Menschen zurück wünsche, aber mir fehlt die Art der Beziehung, die ich mit diesem Menschen hatte. Es war intim, es war Vertrauen, es war vor allem auch von Dauer und soweit ich es wusste beruhte es auf Gegenseitigkeit.
Das feht mir.

Ich hatte schon immer Schwierigkeiten Freunde zu finden.
Nicht Menschen kennen zu lernen, das ist leicht und geht schnell. Sondern sich wirklich auf sie einzulassen und sie in mein Leben und mein Herz zu lassen.

Das hat wohl damit zu tun,  dass ich auch oft enttäuscht worden bin in Freundschaften. Häufig ging es der Person nicht um mich oder sie wollte mich nicht so nehmen wie ich bin.
Oder ich war die zweite Geige. Oder die dritte. Oder vierte.
Ich war dem Menschen zumindest nicht so wichtig, wie sie mir, da es mich immer wieder zu Menschen zieht,  die sich quasi mit jedem verstehen und überall einen Fuß drin haben.  Aber da kann ich nicht lange mithalten. So bin ich selbst einfach nicht.

Auch ich selbst habe natürlich Fehler gemacht,  war gerade in der Pubertät selbst nicht immer 100 % vertrauenswürdig und schnell beleidigt,  wenn ich mich gekränkt fühlte oder anderer Meinung war. Man ist halt nicht perfekt...

Das war mit dieser Person ganz lange anders. Ich dachte, ich hätte so etwas wie eine beste Freundin.
Bis dann ein Bruch kam, der mich ganz ganz tief erschüttert hat.
Ich dachte, aus sowas wächst man raus, das ist mit der Teenie-Zeit vorbei.
Aber nein, gerade jetzt im jungen Erwachsenen-Alter scheinen sich viele erst zu finden und eine ganz starke Entwicklung durch zu machen.
Ich trage das niemandem nach,  wahrscheinlich ist es bei mir genauso.
Aber es war schon schlimm, zog sich über viele Monate und hatte weitere Konsequenzen, die großen Einfluss auf mein Leben hatten. 
Eine Sache ist auf jeden Fall die mit dem Vertrauen.

Ich bin auf der einen Seite auch froh,  einen Schnitt gemacht zu haben.

Aber eine so lange Beziehung lässt sich nicht mit jemand anderem nachahmen. Der Mensch lässt sich nicht ersetzen.
Und so fehlt es mir.

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder neue Menschen kennengelernt.  Wunderbare Menschen. Mit denen kann ich eine schöne Zeit haben.
Es gibt auch Menschen,  die schon sehr lange in meinem Leben sind,  die ich sehr schätze, sehr gern habe und regelmäßig sehe.
Aber es ist nicht das selbe. Und ich glaube es liegt auch an mir, dass ich Probleme habe,  diejenigen wieder ganz in mein Leben zu lassen.

Wie mit einer Liebesbeziehung.  Wenn man sich getrennt hat, ist man oft lange nicht bereit sich richtig auf was Neues einzulassen,  solange man das vergangene nicht verarbeitet hat.
Und ich habe noch nicht verarbeitet.

Ich glaube,  es ist ganz gut,  das hier mal aufgeschrieben zu haben. Es sich bewusst zu machen. Ich denke,  das hilft mir.
Und ich bin ja auch nicht ganz allein! Es gibt Menschen,  die das verstehen und auf ihre Art die besten Freunde für mich sind.
Und bestimmt werde ich wieder einem Menschen begegnen, mit dem ich mich wieder so sicher fühle.
Wenn ich bereit bin!

Dzsenni

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